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Welche Auswirkungen haben Inflation und Zinssätze auf Dein Aktienportfolio?

Die Märkte geben uns weiterhin viel Anlass für Diskussionen. Deshalb hier ein weiteres Update, um Dich über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. 

Eine kurze Einführung

Der folgende Abschnitt ist eine Einführung in das Thema Inflationsrate und die Rolle der Zentralbanken. Wenn Du mit dem allgemeinen Konzept der Inflation und den Hauptaufgaben der Zentralbanken vertraut bist, kannst Du diesen Abschnitt überspringen.

Inflationsrate – was ist das überhaupt und wie funktioniert sie

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Inflation die Preissteigerungsrate in einem bestimmten Zeitraum. Die Inflation misst also, wie viel teurer verschiedene Waren und Dienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, in der Regel innerhalb eines Jahres, geworden sind. Schau Dir Deinen Wocheneinkauf als Beispiel an: Stell Dir vor, Du hast im Jahr 2021 EUR 100 für Deinen Einkaufskorb mit verschiedenen Lebensmitteln aus. Im Jahr 2022 musst Du für dieselben Lebensmittel EUR 120 bezahlen. Für einen identischen Warenkorb musst Du also EUR 20 mehr ausgeben als im Vorjahr. Die Inflationsrate in diesem Beispiel beträgt also 20 %. 

Für solche Preiserhöhungen kann es viele Gründe geben. Zum Beispiel werden höhere Kosten für Rohstoffe wie der Weizen, der zum Brotbacken benötigt wird, einfach an die Verbraucher*innen weitergegeben. Aber auch das Wirtschaftswachstum führt zu einer steigenden Inflationsrate. Daher ist eine moderate Inflation völlig normal.

Zentralbanken – was sind ihre Aufgaben?

Eine Zentralbank ist eine Institution, die die Währungs- und Geldpolitik eines Landes oder einer Währungsunion verwaltet und das dortige Geschäftsbankensystem beaufsichtigt. Das Hauptziel der Zentralbanken besteht darin, die Preisstabilität einer Währung zu gewährleisten, indem sie die Inflation kontrolliert. Ein wichtiger Hebel, den die Zentralbanken zur Kontrolle der Inflation einsetzen können, ist die Festlegung der Zinssätze. Mit diesem Instrument können sie entweder das Wirtschaftswachstum ankurbeln oder die Wirtschaftstätigkeit bremsen.

Wie ist die aktuelle Entwicklung der Zinssätze?

Zunächst einmal sollte man sich vor Augen halten, dass nicht jede Inflation schlecht ist. Tatsächlich streben Regierungen und Zentralbanken in der Regel eine Zielinflation von 2 % an. Damit stellen sie sicher, dass die Preise nicht explodieren (wie es in letzter Zeit der Fall war) und gleichzeitig Wirtschaftswachstum fördern, indem Unternehmen und Privatpersonen Kredite aufnehmen und investieren können.

Inflation und Zinssätze folgen in der Regel demselben Muster: Wenn die Inflation steigt, erhöhen die Zentralbanken die Zinssätze, um den hohen Preissteigerungen und damit den höheren Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken. Geht die Inflation hingegen zurück, neigen die Zentralbanken dazu, die Zinssätze zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während eine Inflationsrate von mehr als 3 bis 4 % die Zentralbanken in der Regel dazu veranlasst, die Zinssätze zu erhöhen, gilt eine Inflationsrate von 1 bis 2 % immer noch als akzeptabel und bedeutet, dass die Zentralbanken darauf verzichten, einzugreifen.

Warum erhöhen die Zentralbanken die Zinssätze und wie wirkt sich dies auf die Märkte aus?

Aufgrund der steigenden Inflation ergreifen die Zentralbanken in aller Welt drastische Massnahmen, um die Inflation einzudämmen und Preisstabilität zu erreichen. So stiegen die Preise in den USA in sechs aufeinander folgenden Monaten um mehr als 8 % gegenüber dem Vorjahr. In der Eurozone war die Inflation zum ersten Mal zweistellig und erreichte im September 2022 einen Rekordwert von 10 % pro Jahr. In der Schweiz war die Inflation weniger stark, war aber mit 3,5 % immer noch relativ hoch.

Jährliche Inflationsrate der Eurozone

Trotz der insgesamt negativen Entwicklungen gab es in der vergangenen Woche auch einige positive Nachrichten aus den Vereinigten Staaten: Die Inflationsrate in den USA war mit 7,7 % niedriger als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die US-Notenbank bei der Anpassung der Zinssätze in Zukunft mehr Zurückhaltung üben könnte. Auch hoffen Expert*innen, dass die Inflationsrate ihren Höhepunkt bereits erreicht hat. Diese Erwartungen haben sich positiv auf die Aktienkurse ausgewirkt – wichtige globale Indizes wie der S&P 500 und der DAX haben sich in der vergangenen Woche positiv entwickelt.

Mit der Anhebung der Zinssätze wollen die Zentralbanken die Wirtschaft bremsen. Sowohl die Verbraucher*innen als auch die Unternehmen müssen ihre Ausgaben einschränken, da die Finanzierungskosten steigen und die Waren teurer werden. Aber das ist noch nicht alles. Eine höhere Inflation wirkt sich auf vielfältige Weise auf die Volkswirtschaften aus:

  • Höhere Hypothekenzinsen, aber auch eine höhere Rendite auf Ersparnisse.
  • Höhere Finanzierungskosten und Warenkosten für Unternehmen.
  • Erhöhte Arbeitslosenquoten und ein insgesamt geringeres Vertrauen in die Wirtschaft.

Aus den oben genannten Gründen sinkt die Wertentwicklung von Aktien, wenn die Inflation hoch ist und die Zinssätze steigen.

Als Beispiel kannst Du dir den Betreiber eines Solarparks vorstellen. Wenn Inflation und Zinsen steigen, steigen auch die Kosten für die Instandhaltung des Solarparks. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kosten für die Kreditaufnahme zum Kauf der für den Solarpark benötigten Solarmodule ebenfalls steigen. Der Eigentümer kann möglicherweise nur einen kleinen Teil dieser Preiserhöhungen an seine Kund*innen weitergeben, was zu einem Rückgang der Gewinnspanne des Unternehmens führen würde.

Darüber hinaus erhalten die Menschen mehr Zinsen auf ihre Ersparnisse. Noch im letzten Jahr haben die Banken Negativzinsen erhoben. Heute bieten viele Banken in Deutschland sogar Zinsen für Guthaben auf Bankkonten an. Das drückt die Nachfrage nach Aktien und damit auch den Aktienkurs.

Wir haben in einem früheren Blogbeitrag erklärt, wie Anleihekurse und Inflationsraten zusammenhängen. Hier ist eine kurze Wiederholung: Ein Anstieg der Zinssätze bedeutet, dass der Wert von Anleihen sinkt, da diese Anleihen einen niedrigeren Zinssatz festgeschrieben haben, als sie jetzt zahlen würden. Wie Du sehen kannst, besteht oft eine negative Korrelation zwischen Anleihekursen und Inflation. Das heisst, wenn die Inflation und die Zinssätze steigen, sinken die Anleihekurse.

Da die Nachfrage nach Gütern während einer Konjunkturabschwächung zurückgeht, sinken auch die Preise, was zu einer Verringerung der Inflation führt. Sobald die Inflation zurückgeht, können die Zentralbanken die Zinssätze wieder senken, was zur Ankurbelung der Wirtschaft beitragen wird. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und die übergreifenden globalen Konflikte, die wir in anderen Teilen der Welt beobachten, werden die Wirtschaft wahrscheinlich weiterhin belasten.

Was bedeutet das für Dich und Deine Inyova-Investition?

Dein Inyova-Portfolio bewegt sich im Allgemeinen im Einklang mit den US-amerikanischen und europäischen Märkten. Da man davon ausgeht, dass sich der Aktienmarkt in Zyklen mit der Wirtschaft bewegt, ist es völlig normal, dass Dein Portfolio einen Abwärtstrend erfährt, wenn sich die Wirtschaft verlangsamt.

Wir haben es schon einmal gesagt und wir werden es wieder sagen – historisch folgte nach jedem Abschwung ein Aufwärtstrend, und die beste Möglichkeit, von dieser Aufwärtsbewegung zu profitieren, war es, investiert zu bleiben. Aber nicht vergessen: Die Wertentwicklung von Finanzmärkten und -instrumenten in der Vergangenheit ist niemals ein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

Wenn Du Fragen zu Deinem Portfolio hast, wende Dich an unser Customer Success Team. Du erreichst uns per E-Mail an support@inyova.de oder per Telefon unter +49 69 120 01237. Wir sind gern für Dich da!

Werbemitteilung: Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht im Einklang mit Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt wurde und auch keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen unterliegt. Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Die Inyova erhält für ihre Dienstleistungen eine All-inclusive-Gebühr von 0,6 – 1,2 % p.a. je nach Höhe des verwalteten Vermögens. Die genaue Berechnung kann unter www.inyova.de/gebuehr abgerufen werden.

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Haftungsausschluss: Die Wertentwicklung von Finanzmärkten und -instrumenten in der Vergangenheit ist niemals ein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Die Aussagen oder Informationen in diesem Dokument stellen keine Empfehlung, kein Angebot, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Die Inyova GmbH übernimmt keinerlei Gewähr hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Informationen dieses Artikels. Haftungsansprüche gegen die Inyova GmbH wegen Schäden, welche aus der Nutzung der in diesem Dokument veröffentlichten Informationen entstanden sind, werden ausgeschlossen. Darüber hinaus spiegeln die in diesem Dokument enthaltenen Aussagen eine Einschätzung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und können sich ändern. Verweise und Links auf Webseiten Dritter liegen außerhalb des Verantwortungsbereichs der Inyova GmbH. Jegliche Verantwortung für solche Webseiten wird abgelehnt.

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